Gleich nach unserer Ankunft erwartet uns ein krasser Gegenpol zum kleinen Österreich: Mumbai, eine der größten Städte der Welt. Von den ca. 18 Millionen Einwohnern lebt rund die Hälfte in Slums. Genau in diesen Stadtteilen wollen wir möglichst viele, sicher schockierende, Eindrücke aus erster Hand gewinnen und diese in Artikeln und Foto- und Videoreportagen festhalten.
Children:Street:Art
Der zweite Schwerpunkt in Mumbai ist das selbst organisierte Kunstprojekt Children:Street:Art. Die Idee ist, gemeinsam mit Straßenkindern zu malen und so mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Bilder, die dabei entstehen, werden wir nach unserer Rückkehr für einen guten Zweck versteigern.
Goa, 07.02 - 10.02.
UNO-Projekte
Ein absolutes Highlight unseres Aufenthalts wird die Kooperation mit dem Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) sein. In Goa unterstützt diese UNO-Teilorganisation zwei Projekte gegen Menschenhandel. Bekämpft wird diese Form der Ausbeutung auf zwei Schienen: Einerseits gibt es ein Wäscherei-Projekt, wo Opfer eine Chance bekommen, ohne Furcht vor Ausbeutung zu arbeiten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und so über ihre schrecklichen Erfahrungen hinwegzukommen. Anderseits gibt es Trainingsmaßnahmen für Polizei und Behörden, um die organisierte Kriminalität effizienter bekämpfen zu können.
Religion, Spiritualität und Zufriedenheit
Goa ist auch ein spirituelles Zentrum Indiens. Die Bandbreite reicht von alten, christlichen Kirchen bis zu individuellen Zusammenkünften. Der Glaube ist für viele eine Stütze im schwierigen Alltag. Kann ein starker Glaube den mangelnden materiellen Wohlstand kompensieren? Beziehungsweise kann er die Menschen zu Glück und Zufriedenheit trotz der Armut verhelfen? Gerade der Vergleich mit Österreich ist hier wahnsinnig interessant, weil es ein sehr wohlhabendes Land ist. Trotzdem hat man sehr oft das Gefühl, dass viele unzufrieden sind.
11.02 - 13.02. Hampi
Hinduistische Kultur
Hampi war viele Jahre lang die hinduistische Hauptstadt Indiens und eine bedeutende Großstadt. Heute ist es nur mehr ein kleines Dorf, doch der unglaubliche kulturelle Reichtum ist erhalten geblieben. Hampi zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet den Besuchern außergewöhnliche architektonische Meisterwerke.
14.02. - 20.02 Bangalore
Bildung: Schulen und Universitäten
Ein umstrittenes und sehr aktuelles Thema in Indien ist die Privatisierung von Bildung. Der Gegensatz zwischen gut ausgestatteten Privatschulen und öffentlichen Schulen, denen es an allem mangelt, ist enorm. Wir haben die Gelegenheit diese Unterschiede mit eigenen Augen zu sehen und zu dokumentieren. Um die Hintergründe besser zu verstehen und verschiedene Ansichten zu hören, werden wir mit einer Schuldirektorin, einem zuständigen Politiker und AktivistInnen kritischer NGOs diskutieren. Eines wissen wir jetzt schon: Ein besonderes Hindernis ist, dass normalerweise nur in den Privatschulen Englisch die Unterrichtssprache ist. Der sprachliche Nachteil der anderen Schüler kann oft ein ganzes Leben lang nicht mehr aufgeholt werden und ist vor allem für den Universitätszugang eine große Hürde. Die Universität Bangalore ist eine der größten weltweit und hat besonders in technischen Studienrichtungen einen ausgezeichneten Ruf. Gerade da stellt sich die Frage, wer überhaupt die Chance hat, zu studieren?
Mikrokredite: Ein Weg aus der Armut?
Seitdem Muhammed Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis bekommen haben ist diese Form der Armutsbekämpfung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Aber wie funktionieren Mikrokredite eigentlich und warum sind Kreditausfälle oft geringer als bei renommierten Banken und Kunden mit großen Sicherheiten? Bei uns steht ein Treffen mit Verantwortlichen einer großen Mikrofinanzorganisation auf dem Programm. Wir wollen uns erfolgreiche Beispiele ansehen, wo sich Menschen mit Hilfe winziger Kredite eine Existenz aufbauen konnten. Es ist auch wichtig zu sehen, dass Kredite alleine zu wenig sind, sondern immer begleitende Aufklärung notwendig ist.
Kinder und ihre Rechte
Einer unserer Schwerpunkte ist die Zusammenarbeit mit der NGO „Paraspara Trust“, die sich schwerpunktmäßig dem Kampf gegen Kinderarbeit widmet. Unser Teammitglied Silvia macht dort seit einigen Monaten ein Praktikum und leitet Workshops für junge Frauen über Gewalt in der Familie und Aufklärung. Alle weiblichen Mitreisenden werden die Gelegenheit haben, daran teilzunehmen. Die aktuelle Vision von Paraspara ist, ein Kinderrechtszentrum zu errichten. Das möchten wir, auch mit den Einnahmen unserer Veranstaltungen im Vorfeld, mit vollem Einsatz unterstützen!
Recht und Gerechtigkeit
Schon in Österreich ist es teuer, sein Recht (mit Hilfe eines Anwalts) durchzusetzen. In Indien ist dies für weite Teile der Bevölkerung völlig unmöglich. Wir werden uns mit zwei Initiativen beschäftigen, die genau gegen dieses Problem ankämpfen. Das „Human Rights Law Network“ ist eine indische Menschenrechtsorganisation, die zum Beispiel vor dem Supreme Court das Recht auf Nahrung durchgesetzt hat. Mitarbeiter dieser Organisation werden uns anhand aktueller Fälle wichtige Zusammenhänge zwischen Armut und Recht aufzeigen. Außerdem ist ein Treffen mit einem engagierten Jusstudenten geplant, der selbstständig kostenlose Rechtsberatung für Bedürftige organisiert.